Halbjahresergebnisse 2016

Finanzbericht

Der Bestellungseingang ging im ersten Halbjahr 2016 zurück, erholte sich aber auf sequentieller Basis. Beeinflusst wurde diese Entwicklung durch das anspruchsvolle Umfeld im Öl- und Gasmarkt. Der Umsatz, das operative EBITA sowie die operative ROSA blieben stabil. Einsparungen aus dem Sulzer Full Potential-Programm (SFP) glichen die negativen Auswirkungen des anspruchsvollen Marktumfelds aus.

Der Bestellungseingang in Höhe von CHF 1 423 Millionen blieb um 9,1 % unter dem Wert der Vorjahresperiode (nominal: – 10,1 %). Verglichen mit dem zweiten Halbjahr 2015 verbesserte er sich jedoch in der aktuellen Berichtsperiode um 9,8 %. Die Bruttomarge des Bestellungseingangs stieg nominal um 1,7 Prozentpunkte auf 34,6 %, insbesondere aufgrund eines höheren Anteils des Aftermarket-Geschäfts (Ersatzteile und Services).

Das Wachstum in den Märkten Wasser, Energie und allgemeine Industrie wirkte sich positiv auf den Bestellungseingang aus. Das Wachstum in den Wasser- und Energiemärkten wurde überwiegend von der Division Pumps Equipment beigesteuert. Die Geschäftseinheit Sulzer Mixpac Systems (SMS) von Chemtech war der Wachstumsmotor in der allgemeinen Industrie.

Das anspruchsvolle Marktumfeld beeinträchtigte den Bestellungseingang im Öl- und Gasmarkt im ersten Halbjahr 2016 erheblich (ca. – 20 %). In diesem Marktsegment verbuchten Pumps Equipment und Chemtech deutlich weniger Bestellungen für neue Anlagen. In der Division Rotating Equipment Services sowie im Aftermarket-Geschäft der Division Pumps Equipment ging das Bestellungsniveau dagegen nur leicht zurück. Verglichen mit dem zweiten Halbjahr 2015 wuchs der Bestellungseingang im Öl- und Gasmarkt im ersten Halbjahr 2016 um rund 6 %.

Die Divisionen meldeten folgende Wachstumsraten beim Bestellungseingang im Jahresvergleich:

  • Pumps Equipment: – 11,5 % (nominal: – 12,5 %)
  • Rotating Equipment Services: – 3,7 % (nominal: – 5,4 %)
  • Chemtech: – 9,1 % (nominal: – 9,7 %)

Der Auftragsbestand erhöhte sich per 30. Juni 2016 auf CHF 1 548 Millionen (31. Dezember 2015: CHF 1 511 Millionen).

Umsatz auf Vorjahresniveau

Der Umsatz belief sich auf CHF 1 381 Millionen. Verglichen mit der ersten Jahreshälfte 2015 blieb er somit stabil (– 0,1 %). Der Währungseffekt schlug mit insgesamt CHF – 10,9 Millionen zu Buche. Die Division Pumps Equipment konnte ihren Umsatz im Öl- und Gas- sowie im Energiemarkt steigern. Rotating Equipment Services verzeichnete einen etwas geringeren Umsatz, insbesondere in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA). Der Umsatz von Chemtech wurde durch einen geringeren Auftragsbestand im Öl- und Gasmarkt negativ beeinflusst und konnte nur teilweise durch höhere Volumina in der Geschäftseinheit SMS ausgeglichen werden.

Die Divisionen meldeten folgende Umsatzwachstumsraten im Jahresvergleich:

  • Pumps Equipment: 3,3 % (nominal: 2,6 %)
  • Rotating Equipment Services: – 1,4 % (nominal: – 2,8 %)
  • Chemtech: – 6,7 % (nominal: – 7,1 %)

Die Bruttomarge gab um 0,4 Prozentpunkte auf 30,9 % nach (2015: 31,3 %). Einsparungen aus dem SFP-Programm konnten die niedrigere Bruttomarge, die durch das anspruchsvolle Umfeld im Öl- und Gasmarkt beeinträchtigt wurde, teilweise ausgleichen. Der Bruttogewinn gab um CHF 9,3 Millionen auf CHF 426,8 Millionen nach.








Stabiles operatives EBITA trotz des anspruchsvollen Marktumfelds

Das operative EBITA (opEBITA) entsprach mit CHF 98,7 Millionen dem Vorjahresniveau (1. Halbjahr 2015: CHF 98,3 Millionen). Die durch das SFP-Programm erzielten Einsparungen glichen den Effekt eines geringeren Bruttogewinns aus. Die operative ROSA blieb mit 7,1 % stabil.

Das Unternehmen senkte die bereinigten Betriebskosten ohne Amortisation, Wertminderungen, Restrukturierungsaufwand und übrige nicht operative Positionen um 4,5 %. Sparmassnahmen in Bezug auf Verkaufs-, allgemeine und Verwaltungskosten sowie geringerer Fremdwährungsaufwand glichen die akquisitionsbezogenen Kostensteigerungen aus.

 

Überleitung vom EBIT zum operativen EBITA

in Mio. CHF 2016 2015
EBIT 81,7 47,6
Amortisation 21,4 20,5
Wertminderung von Sachanlagen und immateriellen Anlagen 5,6 -
Restrukturierungskosten 16,5 7,9
Nicht operative Positionen1) -26,5 22,3
opEBITA 98,7 98,3

1) Nicht operative Positionen beinhalten wesentliche akquisitionsbezogene Kosten, Gewinne und Verluste aus dem Verkauf von Geschäftsbereichen oder Immobilien (inklusive aufgelöster Rückstellungen) und bestimmte nicht operative Positionen, die nicht wiederkehrend sind oder nicht regelmässig in dieser Grössenordnung auftreten, wie Aufwendungen in Verbindung mit dem Sulzer Full Potential-Programm (SFP).

Nicht operative Kosten

Im Verlauf der Umsetzung des SFP-Programms hat das Unternehmen die globalen Werkstattkapazitäten angepasst und seine Organisationsstruktur gestrafft. Dies bedingte im ersten Halbjahr 2016 einen Restrukturierungsaufwand von CHF – 16,5 Millionen, gegenüber CHF – 7,9 Millionen im ersten Halbjahr 2015. Die SFP-bedingten nicht operativen Positionen, inklusive internen und externen Programm-Management- und -Planungsaufwands, fielen etwas geringer als im vergangenen Jahr aus. Zu den nicht operativen Positionen zählt ausserdem ein Gewinn von CHF 35,4 Millionen, der sich aus einer Senkung des Umwandlungssatzes der Vorsorgepläne in der Schweiz ergab. 2015 fiel unter den nicht operativen Positionen unter anderem eine Belastung von CHF – 8,7 Millionen an. Diese stand im Zusammenhang mit der Beilegung eines Rechtsstreits mit dem Käufer des 1998 von Sulzer veräusserten Lokomotivgeschäfts.

Daraus resultierte ein EBIT von CHF 81,7 Millionen für die erste Jahreshälfte 2016, gegenüber CHF 47,6 Millionen in der ersten Jahreshälfte 2015. Die Umsatzrendite (ROS) stieg auf 5,9 % (2015: 3,4 %).

Der Netto-Finanzerfolg belief sich auf CHF – 13,9 Millionen, verglichen mit CHF – 11,5 Millionen in der ersten Jahreshälfte 2015. 2015 fiel unter den Finanzerfolg auch der Zinsaufwand im Zusammenhang mit dem oben erwähnten beigelegten Rechtsstreit. 2016 umfasste der Finanzerfolg höhere Hedging-Kosten und negative Neubewertungsdifferenzen. Der Abschwung im Öl- und Gasmarkt führte zu einem negative Ergebnis aus assoziierten Unternehmen in der Höhe von CHF – 0,4 Millionen (2015: CHF 2,8 Millionen), das aus zwei Joint Ventures in Asien und im Nahen Osten stammt.

Der effektive Steuersatz belief sich im ersten Halbjahr 2016 auf 25,0 %, gegenüber 28,5 % im Vorjahreszeitraum. Ohne den einmaligen Sondereffekt durch den oben erwähnten beigelegten Rechtsstreit hätte der effektive Steuersatz 2015 25,9 % betragen.

Stabiler Kern-Nettogewinn

Der Nettogewinn aus fortgeführten Aktivitäten belief sich auf CHF 50,5 Millionen. Verglichen mit der ersten Jahreshälfte 2015 stellt dies einen nominalen Anstieg um 81,4 % dar. Der Kern-Nettogewinn (ohne steuerbereinigte Effekte aus Amortisation, Wertminderungen, Restrukturierung sowie übrigen nicht operative Positionen) betrug CHF 63,3 Millionen (2015: CHF 65,9 Millionen). Der unverwässerte Gewinn je Aktie (EPS) stieg im ersten Halbjahr 2016 um 87,4 % auf CHF 1.48, gegenüber CHF 0.79 in der Vorjahresperiode. Dies ist hauptsächlich auf eine Senkung des Umwandlungssatzes der Vorsorgepläne in der Schweiz zurückzuführen.

Wichtige Bilanzpositionen

Die Bilanzsumme lag per 30. Juni 2016 bei CHF 3 630 Millionen. Dies war CHF 625 Millionen weniger als per 31. Dezember 2015, was insbesondere mit der im April 2016 gezahlten ordentlichen Dividende und Sonderdividende in der Höhe von insgesamt CHF 618 Millionen zusammenhing. Das gesamte Fremdkapital stieg seit dem 31. Dezember 2015 um CHF 56 Millionen. Dieser Anstieg war vor allem auf höhere Vorsorgeverpflichtungen von CHF 97 Millionen, geringere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von CHF 24 Millionen sowie geringere Anzahlungen von Kunden in der Höhe von CHF 24 Millionen zurückzuführen. Die Anleihe über CHF 493 Millionen konnte zu sehr attraktiven Konditionen durch eine am 6. Juni 2016 in zwei Tranchen emittierte neue Anleihe von CHF 450 Millionen refinanziert werden (mit Liberierungsdatum am 11. Juli 2016).

Das gesamte Eigenkapital belief sich auf CHF 1 553 Millionen (31. Dezember 2015: CHF 2 234 Millionen). Der Rückgang um CHF 681 Millionen hing vor allem mit der Dividendenzahlung in der Höhe von CHF 618 Millionen zusammen. In dieser Ausschüttung, die im April 2016 erfolgte, war eine Sonderdividende von CHF 498 Millionen enthalten. 2015 belief sich die ordentliche Dividendenzahlung an die Aktionäre von Sulzer auf CHF 119 Millionen.

Nettoliquidität von CHF 60 Millionen

Die Free-Cash-Flow-Generierung wird voraussichtlich gegen Ende des Jahres stattfinden. Der Free Cash Flow lag in der aktuellen Berichtsperiode bei CHF 3,7 Millionen, gegenüber CHF 33,3 Millionen im ersten Halbjahr 2015. Geringere Anzahlungen von Kunden und höhere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen führten zu einem höheren Netto-Umlaufvermögen. Der Anstieg des Netto-Umlaufvermögens wurde teilweise ausgeglichen durch geringere Steuerzahlungen im Vergleich zum Vorjahr.

Der Mittelfluss aus Investitionstätigkeit belief sich auf CHF 156,0 Millionen aufgrund des Verkaufs von Wertschriften im Volumen von CHF 208,0 Millionen, um die im April 2016 gezahlte Dividende zu finanzieren. 2015 hatte der Anstieg der Wertschriftenposition um CHF 99,0 Millionen zu einem negativen Mittelfluss aus Investitionstätigkeit von CHF – 186,0 Millionen geführt. Die akquisitionsbedingten Zahlungen in der Höhe von CHF 14,5 Millionen lagen unter dem Vorjahreswert (2015: CHF 63,2 Millionen). Die Investitionen erreichten mit CHF 33,8 Millionen (2015: CHF 33,2 Millionen) weitgehend das Vorjahresniveau.

Der Mittelfluss aus Finanzierungstätigkeit umfasste die Dividendenzahlung von CHF 617,5 Millionen (einschliesslich der Sonderdividende von CHF 498,1 Millionen), verglichen mit CHF 119,2 Millionen in der ersten Jahreshälfte 2015. Die Nettoveränderung der flüssigen Mittel belief sich auf CHF – 437,8 Millionen. Hierin enthalten waren Währungsverluste auf den flüssigen Mitteln in der Höhe von CHF – 0,9 Millionen.

Ausblick für 2016

Sulzer hat die Prognose für den Bestellungseingang für das Gesamtjahr 2016 angepasst. Bislang hat das Unternehmen einen erwarteten Bestellungseingang von – 5 % bis – 10 % kommuniziert. Neu geht Sulzer davon aus, dass der Bestellungseingang am höheren Ende dieser Bandbreite in der Nähe von ‑5 % liegen dürfte. Die Prognose für den Umsatz und die operative EBITA-Marge wird hingegen bestätigt. Der Umsatz dürfte sich um 5 % bis 10 % verringern. Sulzer rechnet mit einer operativen EBITA-Marge (opROSA) von ungefähr 8 %.

Sofern nicht anders angegeben, basieren alle Veränderungen zum Vorjahr auf währungsbereinigten Werten.

EBIT: Betriebsergebnis
ROS: Umsatzrendite (EBIT/Umsatz)
opEBITA: Betriebsergebnis vor Restrukturierung, Amortisationen, Wertminderungen und nicht operativen Positionen
opROSA: Umsatzrendite vor Restrukturierung, Amortisationen, Wertminderungen und nicht operativen Positionen (opEBITA/Umsatz)
EPS: Unverwässerter Gewinn je Aktie