Sehr geehrte Aktionärinnen, sehr geehrte Aktionäre

Im ersten Halbjahr 2016 blieben der Umsatz, das operative EBITA und die operative ROSA verglichen mit dem Vorjahreszeitraum stabil. Der Bestellungseingang ging gegenüber dem starken ersten Halbjahr 2015 zurück, wofür hauptsächlich der Nachfragerückgang im Öl- und Gasmarkt verantwortlich war. Um den negativen Auswirkungen des anspruchsvollen Marktumfelds entgegenzuwirken, beschleunigten wir unser Sulzer Full Potential-Programm (SFP). Zudem haben wir am 1. Juli 2016 eine verbindliche Vereinbarung unterzeichnet, um das deutsche Unternehmen Geka GmbH zu übernehmen. Wir freuen uns auf die Chancen, die sich Sulzer dadurch bieten werden.

Der Umsatz, das operative EBITA und die operative ROSA blieben stabil. Der Bestellungseingang ging zwar gegenüber der ersten Jahreshälfte zurück, erholte sich aber auf sequentieller Basis. Greg Poux-Guillaume, CEO, und Peter Löscher, Verwaltungsratspräsident

Entstehung eines führenden Anbieters für urheberrechtlich geschützte Mischsysteme und Applikatoren im B2B-Bereich

Geka ist eine hervorragende Ergänzung zu unserer profitabelsten Geschäftseinheit – Sulzer Mixpac Systems (SMS). Durch diese Transaktion erhält SMS eine bedeutende industrielle Grösse und ist geografisch sowie in den Marktsegmenten breit aufgestellt. Beide Geschäfte haben zudem den gleichen industriellen Kern, was zu attraktiven Kostensynergien führt: die hochpräzise Herstellung von Kunststoffteilen durch Spritzgiessen. Die Produktionsstandorte von Geka und SMS ergänzen sich aus geografischer Sicht optimal, um als führender Lösungsanbieter im globalen Wettbewerb zu gewinnen.

Mit dieser Akquisition ergänzt SMS seine führende Position im Dentalmarkt sowie im Segment industrielle Klebstoffe mit der führenden Position von Geka in der Kosmetikindustrie. Die Geschäftseinheit erweitert so ihr attraktives und kaum zyklisches Portfolio, das die hochpräzise Herstellung von Kunststoffteilen durch Spritzgiessen für B2B-Endmärkte umfasst.

Im April erwarb Sulzer ausserdem die PC Cox Group Ltd. mit Hauptsitz in Newbury, Grossbritannien. Zusammen werden PC Cox und SMS zum führenden Hersteller von Dispensern für industrielle Anwendungen.

Durch die beiden Übernahmen hat Sulzer die Grösse von SMS verdoppelt und einen führenden Anbieter im differenzierten und krisenresistenten Markt für urheberrechtlich geschützte B2B-Mischsysteme und -Applikatoren geschaffen. Wir heissen die Teams von Geka und PC Cox bei Sulzer willkommen und freuen uns auf die Chancen, die sich durch die Zusammenführung ergeben werden.

Fortschritte beim SFP-Programm

Das SFP-Programm läuft auf Hochtouren. In den ersten sechs Monaten 2016 haben wir daraus Kosteneinsparungen von CHF 36 Millionen realisiert. Bis Ende 2016 rechnen wir mit Einsparungen in der Grössenordnung von CHF 60 bis 80 Millionen. Das Programm hat jährliche Kosteneinsparungen von insgesamt rund CHF 200 Millionen zum Ziel, die ab 2018 vollständig zum Tragen kommen.

Unsere globale Beschaffungsorganisation ist operativ und nutzt ihre Grössenvorteile, während die IT-Abteilung an einer neuen Organisation mit verbesserten Kostenstrukturen arbeitet. Unsere Division Pumps Equipment verfeinert weiter ihr globales Betriebsnetz. Die Division hat ein neues Produktionsplanungssystem eingeführt, um die Profitabilität zu verbessern und die termingerechte Auslieferung zu optimieren. Unsere Division Rotating Equipment Services hat ihre Aktivitäten restrukturiert und ihre Organisation gestrafft. Unsere Division Chemtech war mit anhaltendem Druck auf die Produktionskosten in der Schweiz konfrontiert und gab daher im März 2016 die Schliessung ihrer Produktion in Oberwinterthur, Schweiz, bekannt.

Diese Restrukturierungsmassnahmen sind schmerzhaft, aber notwendig für unsere Wettbewerbsfähigkeit – heute und in Zukunft.

Ergebnisse in der ersten Jahreshälfte 2016

Währungsbereinigt ging der Bestellungseingang im ersten Halbjahr 2016 um 9,1 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück. Hauptfaktor für diesen Rückgang war der schwache Öl- und Gasmarkt. Verglichen mit dem zweiten Halbjahr 2015 verbesserte er sich jedoch in der aktuellen Berichtsperiode um 9,8 %. Obwohl sich die Ölpreise zuletzt etwas erholt haben, bleiben unsere Kunden vorsichtig, sodass wir nicht von einem Aufschwung im Jahr 2016 ausgehen. In allen anderen Marktsegmenten nahm der Bestellungseingang zu.

Der Umsatz blieb auf währungsbereinigter Basis im Vergleich zur Vorjahresperiode stabil. Das operative EBITA und die operative ROSA lagen auf dem gleichen Niveau wie in der ersten Jahreshälfte 2015. Die durch das SFP-Programm erzielten Einsparungen glichen die negativen Auswirkungen des anspruchsvollen Marktumfelds vollständig aus.

Die Cash-Flow-Generierung wird vor allem gegen Ende des Jahres stattfinden, wobei im bisherigen Jahresverlauf Ausgaben von CHF 24 Millionen für das SFP-Programm zu Buche schlugen. In der Folge resultierte im ersten Halbjahr ein knapp positiver Free Cash Flow.

Veränderungen im Verwaltungsrat und in der Geschäftsleitung

Axel C. Heitmann und Mikhail Lifshitz wurden an der Generalversammlung im April neu in den Verwaltungsrat gewählt. Klaus Sturany stand nicht zur Wiederwahl. Der Verwaltungsrat hat Armand Sohet zum Chief Human Resources Officer und Frédéric Lalanne zum Chief Commercial and Marketing Officer ernannt. Beide sind ausserdem Mitglieder der Konzernleitung. Daniel Bischofberger wurde zum Divisionsleiter Rotating Equipment Services ernannt und wird der Konzernleitung angehören. Er folgt in dieser Position auf Peter Alexander, der beschlossen hat, in den Ruhestand zu treten, und per Ende August 2016 zurücktreten wird. Fabrice Billard, Chief Strategy Officer und Mitglied der Konzernleitung, hat beschlossen, Sulzer per 31. Juli 2016 zu verlassen. Oliver Bailer, Divisionsleiter Chemtech, ist aus familiären Gründen auf unbestimmte Zeit abwesend. Seine Verantwortlichkeiten werden zwischenzeitlich von Torsten Wintergerste, Senior Vice President Chemtech, wahrgenommen.

Ausblick

Sulzer hat die Prognose für den Bestellungseingang für das Gesamtjahr 2016 angepasst. Bislang hat das Unternehmen einen erwarteten Bestellungseingang von –5 % bis –10 % kommuniziert. Neu geht Sulzer davon aus, dass der Bestellungseingang am höheren Ende dieser Bandbreite in der Nähe 
von –5 % liegen dürfte. Die Prognose für den Umsatz und die operative EBITA-Marge wird hingegen bestätigt. Der Umsatz dürfte sich um 5 % bis 10 % verringern. Sulzer rechnet mit einer operativen EBITA-Marge (opROSA) von ungefähr 8 %.

Mit freundlichen Grüssen

Peter Löscher
Verwaltungsratspräsident

Greg Poux-Guillaume
CEO

Sofern nicht anders angegeben, basieren alle Veränderungen zum Vorjahr auf währungsbereinigten Werten.

EBIT: Betriebsergebnis
ROS: Umsatzrendite (EBIT/Umsatz)
opEBITA: Betriebsergebnis vor Restrukturierung, Amortisationen, Wertminderungen und nicht operativen Positionen
opROSA: Umsatzrendite vor Restrukturierung, Amortisationen, Wertminderungen und nicht operativen Positionen (opEBITA/Umsatz)
EPS: Unverwässerter Gewinn je Aktie
FCF: Free Cash Flow