Erstklassiger Service durch Innovation

Service-Bereiche: „Das Servicegeschäft wird immer innovativer“

Sulzer bietet eine Vielzahl von Services für rotierendes Equipment und für Maschinen, die in der Trenntechnologie eingesetzt werden. Daniel Bischofberger, Divisionsleiter Rotating Equipment Services, seit ein paar Monaten im Amt, erklärt, was die Kunden von einem Serviceanbieter erwarten, warum ein globales Netzwerk und ein professionelles Team entscheidend sind und wie sich das Servicegeschäft verändert.

Was wünschen sich Kunden heute in der Serviceindustrie?

Daniel Bischofberger | Die Bedürfnisse der Kunden in unserer Branche unterscheiden sich nicht sehr von den Erwartungen, die wir alle an einen Serviceanbieter stellen. Wenn Sie ein Produkt kaufen, erwarten Sie, dass es ohne Unterbruch funktioniert, und zwar so, dass es seinen Zweck erfüllt. Zudem sollten die Kosten möglichst niedrig sein. Kunden wünschen sich Serviceanbieter, die die nötigen Werkzeuge, Ausrüstung und Expertise besitzen, um einen zuverlässigen und effizienten Betrieb ihrer Maschine zu optimierten Kosten sicherzustellen.

Wie hebt sich Sulzer von der Konkurrenz ab?

DB | Sulzer bietet das Beste aus zwei Welten: Wir verfügen über die technische Expertise eines Originalherstellers (OEM) und die Kompetenzen eines unabhängigen Serviceanbieters (ISP). Wir sind flexibel und schnell. Mit unserem Netzwerk von rund 100 Servicezentren in 25 Ländern sind wir nahe an unseren Kunden. Darüber hinaus ist unser Produkt- und Serviceportfolio aussergewöhnlich breit aufgestellt.

"Wir bieten das Beste aus zwei Welten: die technische Expertise eines Originalherstellers und die Kompetenzen eines unabhängigen Serviceanbieters." Daniel Bischofberger, Divisionsleiter Rotating Equipment Services

Können Sie ein Beispiel nennen?

DB | Einer unserer Kunden verlegte die Gas- und Dampfturbinen zweier Werke in ein neues Kombikraftwerk an einem anderen Standort. Die Leistungsfähigkeit der Dampfturbinen war allerdings nicht mit jener der Gasturbine kompatibel. Infolgedessen mussten die Dampfturbinen neu ausgelegt werden – das heisst, ihre Leistungsfähigkeit musste angepasst werden. Dies erfordert Know-how, das man von einem OEM, nicht aber von einem ISP erwarten würde. Dank der Kompetenz unseres Teams in Houston konnten wir den Auftrag zur vollen Zufriedenheit des Kunden ausführen. Dieses Beispiel zeigt: Wir bieten Serviceleistungen für eine breite Palette von Produkten und verfügen über das technische Know-how, um mehr für unsere Kunden zu leisten, als sie normalerweise von einem ISP erwarten würden.

Sulzer hat sein Servicegeschäft konsolidiert. Was heisst das?

DB | Wir entwickeln uns zu einem Unternehmen, das alle Services aus einer Hand bietet. Wir richten Servicezentren ein, in denen wir eine Reihe verschiedener Produkte unter einem Dach reparieren können. Dadurch haben Betreiber eine zentrale Anlaufstelle für den Service aller ihrer rotierenden Maschinen. Da das Servicegeschäft und das Geschäft mit neuem Equipment nun in unterschiedlichen Divisionen organisiert sind, müssen wir sicherstellen, dass die enge Zusammenarbeit und der Informationsaustausch so stark bleiben wie zu der Zeit, als beide eine Division bildeten. Die Serviceteams für Pumpen müssen zum Beispiel ihre mit den installierten Pumpen gemachten Erfahrungen an unsere Kollegen in der Produktentwicklung weitergeben. Dies hilft uns, unsere Pumpendesigns weiter zu optimieren.

Welche Trends beobachten Sie in der Serviceindustrie? 

DB | Neue Akteure treten in den Markt ein, was Konkurrenz und Innovation belebt. Auf Kundenseite beobachten wir, dass Betreiber ihre Wartungs- und Betriebskosten immer weiter optimieren. Das heisst nicht unbedingt, dass sie „das Gleiche, aber billiger“ wollen. Sie fordern auch Services, die durch die Digitalisierung ermöglicht werden, wie die proaktive Überwachung und Wartung von Anlagen, die Verlängerung von Wartungsintervallen, die Verkürzung von Revisionszeiten und die Entwicklung innovativer Reparaturtechnologien, um die Lebensdauer von Produkten und Komponenten zu verlängern. Da einige Kunden ihre Organisation straffen, erwarten sie von ihrem Servicepartner, dass er Tätigkeiten übernimmt, die sie nicht mehr selbst intern ausführen können.

Daniel Bischofberger, Divisionsleiter Rotating Equipment Services

Wo sehen Sie auf Grundlage Ihrer umfangreichen Erfahrung Potenzial bei Sulzer?

DB | Wir haben in unseren Regionen eine starke Präsenz, aber wir können den Austausch von Fähigkeiten und Know-how noch verbessern. Wir müssen Methoden nutzen, die sich für ein globales Unternehmen eignen, und sie mit Stolz voneinander übernehmen. Wir arbeiten an einer globalen Wachstumsstrategie für unsere Servicebereiche – Turbo Services, Servicelösungen für Pumpen und elektromechanische Services. Um noch näher bei unseren Kunden zu sein, planen wir weitere Mehrzweckservicezentren, in denen wir eine Reihe unterschiedlicher Services unter einem Dach anbieten. Wir haben noch einiges zu tun, um Daten über unsere Pumpen vor Ort systematischer zu erfassen. Ausserdem arbeiten wir daran, die Vorlaufzeiten für Pumpenersatzteile zu verkürzen und das Motoren- und Generatorengeschäft besser zu integrieren. Regional betrachtet sehe ich Wachstumspotenzial für das Servicegeschäft in Asien.

Welche Fähigkeiten erwarten Sie von einem Servicemitarbeitenden?

DB | Service ist ein „People Business“, weshalb ein professionelles Serviceteam unerlässlich für uns ist. Ich – und unsere Kunden – erwarten von einem Servicemitarbeitenden drei Fähigkeiten. Erstens: Kundenfokus und Unternehmertum. Der Mitarbeitende muss Kunden zuhören, die richtigen Fragen stellen und zusammen mit ihnen die richtige Lösung finden können. Zweitens: Flexibilität. Als Serviceanbieter müssen Sie rund um die Uhr verfügbar, schnell, zuverlässig, praxisorientiert und pragmatisch sein. Drittens: technische Kompetenz und praktische Erfahrung. Da sich jedes Produkt in der Praxis unterschiedlich verhält, ist theoretisches Wissen zwar erforderlich, aber normalerweise nicht ausreichend.

Gibt es Frauen im Servicegeschäft?

DB | Viel zu wenige [lacht]. Leider zieht das industrielle Servicegeschäft – wir sind in Märkten wie Öl und Gas, Energie oder Bergbau tätig – weniger Frauen an als andere Branchen. Darüber hinaus arbeiten viele unserer Mitarbeitenden als Mechaniker in der Werkstatt und als Aussendiensttechniker an Kundenstandorten. Bei dieser Art von Berufen ist der Frauenanteil traditionell niedrig. Glücklicherweise gibt es bei Sulzer viele Frauen in Funktionsbereichen wie Vertrieb, HR, Finanzen oder Engineering. Obwohl es schwierig ist, mehr Frauen für unseren Bereich zu gewinnen, bin ich davon überzeugt, dass sich Vielfalt positiv auswirkt. Wir bemühen uns weiterhin um einen höheren Frauenanteil in unseren Geschäftsbereichen, egal, ob bei Werkstattarbeitern oder Büroangestellten.

Daniel Bischofberger

Daniel Bischofberger kam im September 2016 zu Sulzer. Zuvor leitete er die Division Power Products bei ABB Schweiz. Er verfügt über umfassende Erfahrungen im Bereich Rotating Equipment Services. Er war Leiter des Gasturbinenservicegeschäfts von ABB / Alstom (jetzt GE) in der Schweiz. Bischofberger begann seine berufliche Laufbahn als Inbetriebnahmetechniker für Gasturbinenkraftwerke in den USA und in Libyen. Er hat einen Master in Industrietechnik von der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich und einen Master of Business Administration (MBA) vom Insead in Fontainebleau, Frankreich. Daniel Bischofberger ist Schweizer, verheiratet und hat drei Kinder.

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